🍏 Was ist die Idee?
Weißt du, was die #1 Social Media App im App Store in 2022 war? Nicht TikTok, sondern BeReal. BeReal begeistert mit einem Fokus auf Realness. Das gleiche Konzept entwickelst du für den fake-sten Bereich überhaupt: Dating-Apps.
Was ist das Problem? - Aktuelle Dating-Apps werden von Nutzern als Fake empfunden
- Eine wachsende Zielgruppe schließt sich der Anti-Instagram Bewegung an und fordert Realness
Was ist die Idee? Du klaust eine Seite aus dem Playbook von BeReal und entwickelst die real-ste Dating-App der Welt.
Warum Dating? Kaum etwas ist so verbreitet wie Dating - 75% aller Jugendlichen zwischen 18 und 24 (deine Zielgruppe!) nutzen Tinder. Gleichzeitig haben knapp 60% der User eine negative oder sehr negative Erfahrung mit Dating-Apps gemacht (Quelle). Warum? Zu fake, zu nervig, zu aufwendig.
Wie funktioniert’s? Um überhaupt mit anderen matchen zu können, musst du jeden Tag ein Foto von dir in einem Zeitfenster von 2 Minuten hochladen, wenn du die Notification bekommst. Das Ergebnis: Keine Fake-Fotos, keine strategisch ausgewählten Fotos im Fitnessstudio, bei der Hochzeit deines besten Freundes und mit einem süßen Hund auf dem Arm, keine geklauten Fotos aus dem Internet - sondern das echte Du.
Sollte es der Nutzer nicht schaffen ein Foto in diesen zwei Minuten hochzuladen, dann kann er nur noch in der App browsen, aber er kann nicht mehr mit seinen Matches schreiben und auch keine neuen Matches mehr finden.
🌵 Warum funktioniert's?
BeReal ist das Anti-Instagram. Was macht BeReal anders als Instagram, TikTok und Co?
So beschreibt sich BeReal selbst:
► „Be Real ist kein weiteres soziales Netzwerk“
► „BeReal ist es egal, ob Du Millionen von Followern haben oder ob Du verifiziert bist.“
► „BeReal wird dich nicht berühmt machen. Wenn du ein Influencer werden willst, kannst du auf TikTok und Instagram bleiben.“
So funktioniert es: Jeden Tag erhalten Benutzer eine Benachrichtigung, ein Foto von sich selbst zu machen. Der Witz: sie haben dafür genau 2 Minuten Zeit. Das Ergebnis: Keine Duckfaces, kein Photoshop, sondern ziemlich viele langweilige Fotos, die aber eben real sind.
Diese 3 Dinge kannst du von BeReals Playbook lernen:
- Künstliche Verknappung: Die Story geht eigentlich genau anders herum: User sollen mehr Zeit in der App verbringen und Algorithmen spülen den nächsten Content direkt in den Feed. BeReal macht es genau anders: Du brauchst diese App nicht jede Stunde zu öffnen, und mindless nach neuem Content zu scrollen. Genauso macht es auch Wordle, das die New York Times für 1 Million Dollar vor wenigen Wochen gekauft hat. Nur einmal am Tag kommt ein neues Rätsel raus, das Nutzer lösen können. Ein anderes Beispiel: meh.com - einmal am Tag wird ein Produkt super günstig verkauft.
- Gewohnheiten formen: Was ist besser? An einem Tag 8 Stunden lang eine App nutzen oder über 16 Tage für 30 Minuten eine App nutzen? Letzteres - denn es formt Gewohnheiten und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich am Tag 30 noch aktiver Nutzer bin. Das BeReal die Zeit extrem verengt, in der die App nützlich ist, hilft diese Habits zu formen
- Anti-Zeitgeist Zielgruppe: Irgendwann kippt jeder Trend. 86% aller US-amerikanischen Teens wollen mittlerweile Influencer werden. Diese Zahl kann eigentlich fast nur nach unten gehen. BeReal setzt hardcore auf den Anti-Zeitgeist: Alle, die eben keine Lust haben im Urlaub Content zu produzieren für ihren Social Media Feed. Alle, die einfach nur mit ihren Freunden connected sein wollen, eine Art Retro-Facebook in den 2000ern. Diese Zielgruppe ist wohl gar nicht so klein, sonst wäre BeReal nicht #1 in den Social Networking Charts.
💡 Wie starte ich am Wochenende?
Schritt 1: Wissen, was du machst
Als erstes solltest du das Erfolgsgeheimnis von BeReal und die Schwierigkeiten eine Dating-App zu bauen. Für ersteres empfehlen wir dir hier ein Podcast-Interview in unserer Reihe “Big Picture” mit Christian Leybold, General Partner beim Venture Capital Fund Headline (Link zu Spotify). Wir haben in unserem Podcast-Format “Hear Us Grow” Franziska Focken über 6 Monate begleitet, wie sie ihre Dating-App wayvs aufbaute - inklusive aller Höhen und Tiefen. Hier kannst du alle Folgen hören, um besser zu verstehen wie du eine Dating App entwickelst.
Schritt 2: Verstehen, wie du Frauen auf die Plattform bekommen kannst
Auf die Gefahr hin, chauvinistisch zu klingen: Frauen sind das ‘knappe Gut’ auf Dating-Plattformen. Es sind schon ganze Seiten dabei erwischt worden, massenhaft Profile von Frauen zu fälschen (Link). Wir würden viele Interviews mit weiblichen Tinder-Nutzern führen, was sie an so einer Value Proposition spannend finden würden.
Schritt 3: Einen funktionalen Protoypen mit den Basis-Funktionen bauen
Hier brauchst du wahrscheinlich einen Support durch einen Freelancer, wenn du nicht selber Apps bauen kannst. Es gibt aber auch eine Reihe von No-Code-Möglichkeiten, Apps zu bauen, die in einigen YouTube Videos präsentiert werden. Wichtig: Nicht overengineeren!
Schritt 4: Auf eine Stadt konzentrieren, um User zu gewinnen
Tinder ist damals in College-Städte gegangen und hat lokale Events gesponsert. Genau so könntest du es auch machen. Stell dir die Frage: Wo treiben sich die 18 bis 24-jährigen rum? Da musst du hin.
Schritt 5: Weitere Features bauen und langsam skalieren







